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Gewusst wie: Parkscheibe richtig nutzen

09:16

Parkscheiben sind echt was für Sparfüchse: weil es sie oft als Werbegeschenke gibt und weil sie kostenloses Parken versprechen. Das gilt aber nur, wenn man sie richtig benutzt. Es gibt ein paar Tücken, die im Ernstfall bares Geld kosten können…

Parkscheibe: So geht es richtig

Beim Drag Race kennen die Teilnehmer nur eine Art der Bewegung: Vollgas gerade aus. In diesem Sinn kommen auch wir direkt zur Sache:

  1. Der Wagen wird auf einer Parkfläche abgestellt, bei der ein Zusatzzeichen die Benutzung einer Parkscheibe vorschreibt.
  2. Die Parkscheibe wird durch Drehen manuell auf die Ankunftszeit eingestellt, bis das weiße Dreieck (Pfeil) direkt auf einen Strich zeigt (also halbe oder ganze Stunde). Das ist zwingend vorgeschrieben.
  3. Ankunftszeit ist stets der Strich, der auf die tatsächliche Ankunftszeit folgt.

Über die reine Trockenübung hinaus: Stellt ein Autofahrer sein Fahrzeug um 11.28 Uhr ab, muss er seine Parkscheibe auf 11.30 Uhr stellen. Kommt er jedoch drei Minuten später an, also um 11.31 Uhr, dann ist 12 Uhr die richtige Zeit. Das heißt also: Ein Autofahrer darf – solange er nicht exakt zur halben oder vollen Stunden parkt – sein Auto immer länger als die erlaubte Parkzeit abstellen. Die Frage ist nur, ob er nur eine „Bonusminute“ bekommt oder gleich 29…

Achtung! Die Tücken der Parkscheibe

So einfach eine Parkscheibe eigentlich zu bedienen ist, es gibt Tücken und Schlaglöcher, die sprichwörtlich ins Geld gehen können:

  • Die Kurzparkzeit ist nur auf einen Teil des Tages beschränkt und man parkt außerhalb dieser Zeit? Wer voraussichtlich länger dort steht, stellt die Uhr unbedingt auf den Beginn der Befristung. Der tatsächliche Parkbeginn spielt keine Rolle.
  • Es gibt keine Karenzzeit – die Parkzeit endet exakt zur angegebenen Zeit. Punkt.
  • Es kommt auf die Größe an. Hierzulande sind Parkscheiben 150 mm hoch und 110 mm breit. In Brandenburg beging ein Autofahrer wegen einer italienischen Parkscheibe mit 40 mm x 60 mm eine Ordnungswidrigkeit. Dazu gibt es ein Gerichtsurteil.
  • Keine Scherzartikel. Wer beispielsweise eine „Tussi“-Scheibe in Pink auslegt, hat aus Sicht der StVO gar keine Parkscheibe ausgelegt – die Farbe muss zwingend das Blau der Verkehrszeichen sein.
  • Neben der Farbe ist auch die Vorderseite normiert – Werbung gehört nicht dazu und macht eine Parkscheibe ungültig. Also: Werbung nur auf der Rückseite.

Elektronische Parkscheiben sind übrigens zulässig – wenn sie bestimmte Bedindungen erfüllen. Der Einfachheit halber: Trägt sie eine KBA-Zulassungsnummer, passt es.

Bildquelle:
Santeri Viinamäki [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons