In unserem Glossar erläutern wir kurz und knackig die wichtigsten Begriffe, die für unsere Arbeit als Verrechnungsstelle von Bedeutung sind. Ergänzend nutzen wir den Blog, um den ein oder anderen Ausdruck noch etwas besser zu beschreiben. Für den ersten Beitrag dieser Art setzen wir auf die „Bonität“.

Wortherkunft und Bedeutung

Von seinem Wortstamm her leitet sich „Bonität“ von dem lateinischen Ausdruck „bonitas“ ab, der üblicherweise mit „Vortrefflichkeit“ übersetzt wird. Im heutigen Sprachgebrauch wird aber die Kreditwürdigkeit gemeint: kann eine Person, ein Unternehmen oder ein Staat aufgenommene Schulden zurückzahlen und besteht auch die Bereitschaft dazu?

Drücken wir es kürzer aus: Die Bonität gibt Auskunft über die wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit und die Zahlungswilligkeit.

Zwei Kriterien: persönliche und wirtschaftliche Kreditwürdigkeit

Gläubiger, insbesondere Kreditinstitute, müssen ihre Kreditrisiken professionell einschätzen und einstufen können. Deshalb wurden Verfahren auf betriebswirtschaftlich-statistischer Grundlage entwickelt, die systematisch zu einem individuellen Ergebnis kommen. Die Bonität beinhaltet mithin regelmäßig zwei Kriterien, bei denen die wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit im Vordergrund der Analyse steht.

Bei der persönlichen Kreditwürdigkeit wird die persönliche Zuverlässigkeit und Zahlungswilligkeit bewertet. Hier sind die beruflichen und fachlichen Qualifikationen bei natürlichen Personen als Kreditnehmer und vom Management bei Unternehmenskrediten von Interesse.

Bei der wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit geht es um die Fähigkeit, aufgrund der vergangenen und prognostizierbaren wirtschaftlichen Verhältnisse den Kredit zurückzuzahlen. Um hier zu einem Urteil zu kommen, werden Daten wie beispielsweise Einkommensnachweise oder Bilanzen ausgewertet.

Bonitätsprüfung

Informationen zur Prüfung der Bonität eines Unternehmens lassen sich heute in zahlreichen Quellen finden. Wer sich ein wenig auskennt, kann für eine eigene Recherche bezüglich Unternehmen auf den Bundesanzeiger zurückgreifen (www.ebundesanzeiger.de). Kapitalgesellschaften müssen hier ihre Bilanzen hinterlegen, aus denen sich je nach Umfang erste Tendenzen ergeben. Je nach der Höhe des abzusichernden Risikos kann das schon ausreichen, aber Geschäfte mit höherem Risiko sollten strenger und umfassender geprüft werden.

Bonität lässt sich nur selten auf den ersten Blick erkennen.
Zumindest auf den ersten Blick verfügt der Herr in dem roten Auto über eine gute Bonität. Für den Blick hinter die Fassade gibt es Wirtschaftsauskunfteien.

In einem solchen Fall greift man auf eine professionelle Wirtschaftsauskunftei zurück. Je nach Grad des abzusichernden Risikos kann bei vielen Anbietern aus einer unterschiedlichen Informationstiefe gewählt werden. Zu den üblichen Angaben gehören im Regelfall die Finanzlage mit Bonitätsindex, Geschäftszahlen und Bilanzen, Firmenhistorie, Geschäftsgegenstand bzw. Branche und die Niederlassungen.

Eine solche Auskunft dient als der wesentliche Baustein bei der Kreditwürdigkeitsprüfung. Je nach Anlass kann es aber sinnvoll sein, ergänzende Quellen wie z. B. Informationen vom Vertrieb anzuzapfen.

Unsere Erfahrung mit Wirtschaftsauskunfteien

Unter Verbrauchern gilt die Schufa Holding (www.schufa.de) als die bekannteste Wirtschaftsauskunftei in Deutschland. Sie erteilt aber nicht nur Auskünfte über Privatpersonen, sondern auch über Unternehmen. Daneben gibt es zahlreiche weitere Anbieter, die sich eher auf Unternehmen spezialisiert haben, sich auf regionaler Ebene bewegen oder nur einen spezifischen Wirtschaftszweig im Blick haben.

Abhängig von dem jeweiligen Anliegen sind manche Gesellschaften einfach etwas stärker als andere. Abgesehen von der Schufa, die eh jeder kennt, wollen wir daher keinen weiteren Anbieter speziell hervorheben. Wir haben im Laufe der Jahre aber einiges an Erfahrung gesammelt und sind mit dem Service unserer Partner zufrieden.